Von Matthias Gillhofer, MSc - Die Gastronomie soll konsequent ihre Gäste in einem hohen Maß verwöhnen und sie mit neuen Kreationen und Produkten überraschen. Damit dieses Vorhaben gelingt, müssen Gastronomen stetig auf der Suche nach Neuem sein. Dabei müssen sie sich an Strömungen und Hypes der Branche orientieren und versuchen, diese auf ihr eigenes Unternehmen abzuleiten und mit ihrer persönlichen Handschrift zu versehen. Vor diesem Hintergrund darf nicht vergessen werden, dass die Bedürfnisbefriedigung der Gäste an erster Stelle stehen muss und nicht die Selbstinszenierung des Unternehmers.

Jährlich entwickeln sich neue Trends am Markt, doch nicht jede Entwicklung kann als Hype betrachtet werden. Vegane Speisen, Gerichte mit Allergenhinweisen oder die hohe Qualität der Produkte sind keine Trends, sondern ein Muss für diese Branche. Strömungen, die sich in den letzten Jahren in der Gastronomie bereits fest verankert haben, finden sich auch 2016 wieder intensiv als Trends in der Gastronomie – oder sind sie doch nur ein Ergebnis vom Wandel der Zeit?

Lebensmittelskandale in der Vergangenheit, mediale Berichterstattungen oder steigendes Gesundheitsbewusstsein der Gäste üben bereits seit Jahren einen gewissen Druck auf die Branche aus, worauf aktiv reagiert werden muss und passende Maßnahmen gesetzt werden müssen. Im Fokus des Wandels steht dabei vor allem das Thema „regionale Produkte“. Mit der Devise „zurück zum Ursprung“ versuchen sich bereits zahlreiche Leitbetriebe am Markt zu etablieren. Neben dem Aufbau einer verstärkt persönlichen Beziehung mit ihren Lieferanten und Produzenten, probieren viele Gastronomen diese nachhaltige Ausrichtung zu ihrem USP zu machen und somit Gäste zu überzeugen und zu gewinnen. Als gutes Beispiel kann die Gastwirtschaft „Floh“ in Langenlebarn in der Nähe von Tulln gesehen werden, die mit ihren „Radius 66 Gerichten“ (Zulieferer im Umkreis von 66 km) bereits vor mehr als einem Jahrzehnt ein positives Zeichen setzte und einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und der Region verfolgen.

Der eigene (Kräuter-) Garten, der an das Restaurant angrenzt, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr und erzeugt ein gewisses Extra, besonders wenn er sich im Sichtfeld der Gäste befindet. Doch wie weit wird sich diese Thematik in Zukunft noch entwickeln? Das neue Gastrokonzept von Sternekoch René Redzepi (Restaurant Noma in Kopenhagen – Auszeichnung zum besten Restaurant 2010, 2011, 2012 und 2014) sieht neben einem Restaurant einen eigenen Bauernhof vor. Doch soll es nun so weit gehen, dass alle Betriebe ihre Produkte selbst herstellen? In einem gewissen Maß lautet die Antwort „Ja“. Dies zeichnet sich in den letzten Jahren durch den Trend in Richtung des „Ein- und Selbermachens“ bzw. der „Craft Art Herstellung“ ab.

Gäste wollen genau wissen, was sie konsumieren und wie es hergestellt wird und deshalb wird auch bei der Craft-Food Bewegung am Ansatz „zurück zum Ursprung“ angesetzt. Produkte wie Gebäck, Chutneys oder Gewürze, die in der Form der „DIY – Do it yourself“ Logik hergestellt werden, finden bei Gästen einen hohen Zuspruch, denn das Interesse an selbst hergestellten Produkten mit regionalen Zutaten ist groß. Speziell die Bierindustrie boomt durch ihre Craft Biere und erlebt einen enormen Aufschwung. Dieser Boom muss auch verstärkt auf weitere Produktarten ausgedehnt werden, denn Produkte mit einem Regional- & Nachhaltigkeitssiegel, vor allem wenn sie selbst hergestellt werden, können als Qualitätsmerkmal betrachtet werden. Quittiert wird der höhere Aufwand an produzierten Produkten mit steigender Nachfrage der Gäste und einem ökonomischen und nachhaltigen Erfolg für das Unternehmen.

Trends in der Gastronomie kommen und gehen, aber der Gedanke der Regionalität hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Menschen setzen sich mit ihrem Umfeld verstärkt auseinander und legen Wert auf Eigenschaften wie Regionalität, Authentizität und Nachhaltigkeit, die in der Gastronomie nicht mehr zu den Trends zählen, sondern das Ergebnis aus dem Wandel der Zeit sind.

Rückfragehinweis

conos gmbh
Christina Bamberger
Tel.: +43 (0)732 21 6000
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ihr Weg zum Karrieresprung!

Callback Anfrage

Hier können Sie unsere Datenschutzerklärung prüfen.

Zum Seitenanfang