Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten am Kapitalmarkt treten in jüngster Zeit neue Mittel und Wege zur Finanzierung von Projekten in den Vordergrund.

Einer dieser neuen Wege zur Eigenkapitalbeschaffung ist Crowdfunding. In den unterschiedlichsten Branchen konnten bereits Ideen und Projekte realisiert werden. In der österreichischen Tourismusbranche ist die Schwarmfinanzierung jedoch noch nicht angelangt; durch das neue Alternativfinanzierungsgesetz und die neuen, höheren Limits könnte sich das auch im anlageintensiven Tourismus ändern. Ein nachfolgender kurzer Überblick befasst sich bewusst mit den Chancen und Risiken von Crowdfunding, welche sich neben der Kapitalbeschaffung eröffnen.

Crowdfunding-Investoren machen ihre Finanzierungs-Entscheidung von unterschiedlichen Kriterien abhängig, wobei die Aussicht auf möglichst hohe Renditen nur eine Facette darstellt. Neben klassischen finanziellen Vergütungen besteht die Möglichkeit, auch materielle und immaterielle Boni zu bieten, welche wiederum im Rahmen eines Projektes stufenweise unterschiedlich gestaltet werden können. Vor allem kreative, dem Projekt entsprechende Lösungen (z. B. bei Filmen namentliche Nennungen im Abspann, exklusive Veranstaltungen) werden bei den potenziellen Investoren besonders Eindruck hinterlassen.

Ebenso wichtig für eine positive Entscheidung der Investoren ist die subjektiv empfundene Qualität der Projekte, welche wiederrum stark von intrinsischen Motiven abhängt. Gelingt es, mit einem Projekt die richtige Zielgruppe anzusprechen, gilt es aus Initiatoren-Sicht diese zu begeistern und mitzureißen. Die Themen Reisen und Freizeitgestaltung zeigen ein hohes Interesse und Involvement beim Kunden. Auch spielen zusätzlich der Community-Gedanke sowie gleiche Wertvorstellungen eine entscheidende Rolle. Da bei einer positiven Investitionsentscheidung eine langfristige Bindung der Crowd an das Unternehmen erfolgt, kann diese Community bei entsprechender Einbindung als Pool für neue Ideen und Innovationen genutzt werden.

Die Ansprache und Kommunikation mit den Investoren geschieht im Großteil der Crowdfunding-Kampagnen über Social-Media Plattformen und über die Crowdfunding-Plattformen selbst, somit ist entsprechendes Know-How in diesem Bereich sowie ein bereits bestehendes gutes Netzwerk für den Erfolg essentiell. In diesem Bereich verfügt der Tourismus aufgrund von Bewertungsplattformen, Preisvergleichsportalen und ähnlichen „Web 2.0-Erscheinungen“ über eine hervorragende Ausgangsposition im Vergleich zu anderen Branchen.

Die Vielzahl an Investoren bei Crowdfunding-Projekten sowie die Kontaktpflege zu diesen führen allerdings zu einem merklichen Mehraufwand in der Kommunikation im Vergleich zu anderen Finanzierungsformen. Jedoch sollten in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, neue Zielgruppen anzusprechen und Kundenbeziehungen zu etablieren nicht außer Acht gelassen werden. Für Tourismus-Betriebe kann diese Form der Finanzierung Tore zu ganz neuen Zielgruppen öffnen.

Um zu begeistern und zu überzeugen bedarf es neben exzellenter Kommunikation auch Transparenz. Projekte, welche noch nicht umgesetzt wurden, werden einer breiten Masse vorgestellt und somit auch der Konkurrenz. Dadurch können neue, innovative Ideen schneller kopiert werden. Durch die Kommunikation und Transparenz besteht auch die Möglichkeit, innovative neue Projekte vorab am Markt zu „testen“ und die Resonanz in den weiteren Projektentwicklungsprozess miteinzubeziehen.

Die Grenze zwischen Marketing und Finanzierung kann bei Crowdfunding nicht klar gezogen werden, deshalb sollten für eine Entscheidung pro/contra Crowdfunding auch alle oben dargestellten Aspekte und Auswirkungen miteinbezogen werden. Neben der Möglichkeit, sich Eigenkapital zu beschaffen, weist Crowdfunding auch Charakteristika auf, welche für die Tourismusbranche bereits jetzt von Bedeutung sind und ihr somit im Bereich Crowdfunding einen „Startvorsprung“ gegenüber anderen Branchen verschaffen würde.

Rückfragehinweis

conos gmbh
Christina Bamberger
Tel.: +43 (0)732 21 6000
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