„Der Gast steht im Mittelpunkt touristischen Handelns“. Solche oder ähnliche Sätze sind sicherlich jedem Destinationsmanager wohlbekannt – immerhin ist der Gast der Daseinszweck von touristischen Betrieben und Regionen. Es werden Gästebefragungen durchgeführt, neue Angebote geschaffen und sämtliche Kontaktpunkte in Urlaubsregionen - ja, die gesamte Customer Journey, wird auf den Gast und seine Bedürfnisse ausgerichtet.

Neben „dem Gast“ sind natürlich „die Mitarbeiter“ ein weiterer Erfolgsfaktor für Destinationen: Employer Branding-Strategien, regionale Jobbörsen und Mitarbeiter-Bonuscards sind Themen, mit denen sich erfolgreiche DMOs bereits auseinandersetzen.

Doch es gibt eine dritte Komponente, die leider oftmals unberücksichtigt bleibt: „die einheimische Bevölkerung“. Sie ist es, die mit Authentizität und regionalen Produkten, kommunalen Infrastrukturen, Arbeitskräften und Dienstleistungen eine touristische Entwicklung überhaupt erst ermöglicht. Die touristische Beraterpraxis zeigt: vor allem bei der Entwicklung der notwendigen „positiven Tourismusgesinnung“ tun viele Touristiker bereits ihr Bestmögliches – doch für weiterreichende Maßnahmen sind den meisten DMOs aus vielfach finanziellen, rechtlichen oder organisatorischen Gründen die Hände gebunden.

Gleichgewicht zwischen touristischem Wachstum und einheimischer Lebensqualität
Touristisch genutzte Lebensräume müssen von Gastgebern und Einheimischen gleichermaßen entwickelt und gestaltet werden – nur so kann ein Gleichgewicht zwischen touristischem Wachstum und einheimischer Lebensqualität gehalten werden.

Denn es frustriert, wenn der Sessellift von Gästen dank Gäste-Card kostenfrei genutzt werden kann, während Einheimische den Vollpreis zahlen müssen. Es macht keinen Spaß, an An- und Abreisetagen stundenlange Verkehrsstaus in Kauf nehmen zu müssen und es erzeugt Unmut, wenn Miet- und Wohnungspreise kontinuierlich steigen. Und überhaupt: Wann wurden zuletzt Einheimische zu ihrer Meinung zur Tourismusentwicklung befragt …?

Was kann also getan werden?
Ein erster Schritt, um die einheimische Bevölkerung stärker zu involvieren, ist – parallel zur erwähnten Customer Journey – die Entwicklung einer „Local Journey“. Dabei werden sämtliche Kontaktpunkte zwischen Einheimischen und touristischen Angeboten, Abläufen und Infrastrukturen erhoben und evaluiert. In einem gemeinschaftlichen Prozess werden so mögliche Stolpersteine zwischen Einheimischen und Gästen frühzeitig erkannt – und es kann entsprechend gegengesteuert werden.

Mit Hilfe der „Local Journey" lassen sich nicht nur Einheimische zur Mitarbeit und Beteiligung an touristischen Projekten bewegen, sondern beispielsweise auch authentische Angebote und Erlebnisse kreieren oder zielführende Maßnahmen zur Besucherlenkung an Hochfrequenz-Standorten entwickeln. Ebenso lassen sich weitere Wirtschaftszweige – von der Landwirtschaft über Handel bis Handwerk – einbinden. Übergeordnetes Ziel ist dabei stets die langfristige Entwicklung und Gestaltung des regionalen Lebensraumes sowohl für Einheimische als auch für Gäste.

Nicht alleinige Aufgabe der DMOs
Destinationsmanager sind bereits jetzt nicht nur Marketer oder Produktentwickler, sondern fungieren als Vernetzer, Koordinatoren und „Lebensraum-Gestalter“. Dennoch lässt sich diese ganzheitliche Entwicklungsaufgabe nicht alleinig den DMOs zuordnen – hierfür ist jetzt und in der Zukunft ein kooperatives Miteinander aus Tourismus, einheimischer Bevölkerung, sowie Regional- und Kommunalpolitik gefragt. Die Gestaltung eines attraktiven Lebensraumes funktioniert nur, wenn sich alle Beteiligten in angemessener Art und Weise in die regionale Entwicklungsarbeit einbringen!

Kontaktieren Sie uns – gerne unterstützen wir Sie und Ihre touristischen und regionalen Mitstreiter bei diesem gemeinsamen Prozess.

- von Marcus Linford, MA MITHM
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Bildquelle: Pixabay

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