Angesichts der immer stärkeren Reizüberflutung, welcher Konsumenten ausgesetzt sind, haben es Marketing-Verantwortliche zunehmend schwer, ihre Botschaft zu vermitteln. Um diese Tatsache zu ändern, ist seit einiger Zeit sensorisches Marketing am Start.

Sensorisches Marketing wird definiert als „Marketing, das die Sinne der Verbraucher anspricht und deren Wahrnehmung, Urteilsvermögen und Verhalten beeinflusst.“

Sensorisches Marketing folgt dem Credo, möglichst viele Sinne anzusprechen. Die Gehirnregion, die für das Verarbeiten der Sinneseindrücke zuständig ist, ist mit dem limbischen System verknüpft, welches Emotionen wie Lust und Freude beschert.

Konzepte, die klären wie Empfindungen der Sinneseindrücke die Bewertung von Gästen beeinflusst, sind für Unternehmer von großem Interesse. Warum, lesen Sie nachfolgend aufgeschlüsselt nach den fünf menschlichen Sinnen inkl. nützlicher Praxistipps für Ihr Unternehmen.

Tasten
Der haptische Sinn ist der erste, der während der Fötusphase entwickelt wird. Nicht nur zum Zweck der Eltern-Baby-Bindung im Mutterleib ist dieser wichtig, sondern auch im Erwachsenenalter. Sicherlich sind Ihnen Personen bekannt, die es lieben, Gegenstände und Materialien anzufassen. Es wurde in Studien festgestellt, dass einige Personen ein höheres Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Berührung haben als andere. KellnerInnen, die ihre Gäste zufällig unaufdringlich berühren, können zum Beispiel mit mehr Trinkgeld rechnen, da unter anderem der Oxytocin-Spiegel des Menschen in sogenannten ‚Berührungs- und Vertrauenssituationen‘ ansteigt.

PRAXISTIPP: Überziehen Sie Ihre Menükarte mit interessanten Stoffen wie beispielsweise Kuhfellimitat, um Ihren Gästen ein haptisches Erlebnis zu bieten.

Riechen
Sicherlich erinnern auch Sie sich bei einem bestimmten Umgebungsgeruch immer wieder an ein einzigartiges Erlebnis. Aufgrund der Nähe des Riechkolbens zu den Gedächtniszentren des Gehirns wurde Geruch als begünstigend für das Abspeichern von Erfahrungen entdeckt. Die Erinnerung an einen Geruch hält überdurchschnittlich lange an und wartet darauf, von Ihnen mit zugehörigen Informationen wie einem Markenerlebnis verknüpft zu werden.

PRAXISTIPP: Nutzen Sie in den allgemeinen Bereichen Ihres Hotels oder in den Vorräumen Ihrer Gastronomiestätte einen unverkennbar passenden, aber unaufdringlichen Geruch. Diesen ‚Signature-Scent‘ können Sie als Souvenir verkaufen oder verschenken. Benutzt der Gast den Geruch zu Hause begibt er oder sie sich auf eine imaginäre Reise zurück zu Ihrer Stätte.

Hören
Viele Unternehmen verwenden auch ‚Signature-Sounds‘ in ihren Kampagnen, da der auditive Sinn ein weiteres wirksames Mittel zur Beeinflussung von Konsumenten ist. Sprachbotschaften sind mit Bedacht zu formulieren. Während die Verwendung der Muttersprache in Werbebotschaften ein Zugehörigkeitsgefühl vermittelt, wird die Verwendung der englischen Sprache mit ‚Coolness‘ assoziiert. Langsamere Musik in Einkaufsumgebungen kann zu längeren Aufenthalten und damit zu höheren Einnahmen führen.

PRAXISTIPP: Adaptieren Sie Ihre Hintergrundmusik je nach Tageszeit und Stimmung. Nutzen Sie beispielsweise Musik mit mehr Tempo während der Mittagszeit oder langsamere Musik während der Abendstunden, um den Umlauf in Ihrem Restaurant zu steuern.

Schmecken
Der Geschmackssinn allein unterscheidet nur zwischen süß, salzig, sauer, bitter und umami. Erst mit unterstützenden Informationen des Sehsinnes oder Riechsinnes ist es möglich, beispielsweise eine Karotte von einem Apfel zu unterscheiden. Gleiches gilt für das Marketing. Eine Studie belegt beispielsweise, dass Personen, die Orangensaft probierten, die Qualität besser bewerteten, wenn Ihnen eine ansprechende Werbung bekannt war.

PRAXISTIPP: Kredenzen Sie Ihren Gästen eine kleine Kostprobe als Willkommensgeste. Wie wäre es mit einem hausgemachten Saft oder einem kleinen Stück Mehlspeise, um den ersten Eindruck bei Ihnen im Haus zu intensivieren?

Sehen
Die Bedeutung visueller Reize ist sehr gut erforscht. Bemerkenswert sind ästhetische Aspekte und visuelle Tricks zur Beeinflussung der Verbraucher. Allgemein bekannt sind beispielsweise optische Tricks, die Räume größer erscheinen lassen als sie sind. Denken Sie beispielsweise an Spiegel in Fahrstühlen.

PRAXISTIPP: Stellen Sie in Zonen, in denen sich Ihre Gäste kurz wartend aufhalten, optische Reize bereit. Beispielsweise mit Bildern oder Gemälden regionaler Künstler, die sich optional in Ihren Drucksorten subtil wiederholen.

Die Wahrnehmung beeinflusst die Einstellung und das Verhalten der VerbraucherInnen. Sensorisches Marketing liegt im Trend und bietet für Unternehmen eine Vielzahl von Möglichkeiten, insbesondere in der Hotellerie und im Gastgewerbe ist eine alle Sinne ansprechende, konsistente Vermittlung eines ästhetischen Gesamteindruckes erstrebenswert.

Kontaktieren Sie uns jetzt, um mehr zum Thema ‚Marketing mit allen Sinnen‘ zu erfahren. Gerne optimieren wir Ihr Angebot nach den neuesten Erkenntnissen auf dem Gebiet sensorisches Marketing.

- von Nicolas Rödler, BSc MA


Bildquelle: Pixabay

Ihr Weg zum Karrieresprung!

Callback Anfrage

Hier können Sie unsere Datenschutzerklärung prüfen.

Zum Seitenanfang