Webseiten von Destinationen sind wichtige Instrumente, um Tourismusdestinationen an potenzielle Besucher zu vermarkten. Sie bieten eine Fülle an Informationen für Touristen und helfen ihnen, ihren Besuch in der Urlaubsdestination zu planen oder Inspiration für einen bevorstehenden Urlaub zu finden. In vielen Fällen kommen Website-Besucher und potentielle Gäste aus anderen Ländern und haben einen anderen kulturellen Hintergrund. Um den Bedürfnissen internationaler Website-Besucher gerecht zu werden, müssen Website-Anbieter bei der Gestaltung, Implementierung und Pflege einer Website unterschiedliche kulturelle Hintergründe berücksichtigen.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich Kultur im Webdesign manifestiert. Dies reicht von der Gesamtdarstellung und dem Layout der Website bis hin zur Farbauswahl und der sogenannten Usability. Ein wichtiger Aspekt ist die Sprachauswahl, denn obwohl viele Menschen Englisch sprechen und verstehen, sollte man trotzdem davon absehen Englisch als alleinige Option (neben Deutsch) anzubieten. Hier kann man österreichische Destinationen durchaus als Vorreiter bezeichnen, denn viele stellen bereits eine breite Sprachpalette zur Verfügung. Die visuelle Darstellung einer Website und vor allem die Gestaltung der Bilder können ein bestimmtes Gefühl vermitteln, und werden oft unbewusst von kulturellen Werten getrieben. Werden Personen gezeigt, sollte man generell auf Diversität in Hinblick auf Alter, Geschlecht und Herkunft achten.

Menschen aus verschiedenen Kulturen haben möglicherweise unterschiedliche Navigationsbedürfnisse, und suchen nach verschiedenen Strukturen auf Websites. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Menüebenen, Links und der gesamte Navigationsstil von der Kultur beeinflusst wird. Hier lohnt es sich einen Blick in die kulturvergleichende Literatur zu werfen, denn die sogenannte Unsicherheitsvermeidung spielt hier eine Rolle. Sie beschreibt das Ausmaß, in dem sich Menschen durch unbekannte Situationen bedroht fühlen (Hofstede, 2010). Ebenso ist der Kontextbezug (Hall, 1976) ausschlaggebend dafür wie Kulturen kommunizieren. High Context Kulturen (China, Japan, etc.) vertrauen auf implizite Codes, Mimik und Gestik, um Ihre Nachricht dem Gegenüber zu übermitteln. Low Context Kulturen (Österreich, Deutschland, USA, etc.), nennen alles beim Namen und machen sehr explizite Angaben. Diese Kommunikationsstile machen auch vor dem Internet nicht halt. Webseiten mit vielen Icons, Bildsprache und wenig Text sprechen Low Context Kulturen an, sehr textbasierte Webseiten mit expliziten Navigationsmenüs und Verlinkungen wiederum High Context Kulturen. Deshalb ist es für Destinationen ratsam, die kulturellen Aspekte ihrer Zielgruppe kennenzulernen, nicht nur um das Webdesign entsprechend anzupassen, sondern auch, um ein tieferes Verständnis ihrer kulturellen Werte zu bekommen.

Wenn man Reisende aus vielen verschiedenen Ländern mit sehr unterschiedlichen Kulturen ansprechen möchte, könnte es sinnvoll sein, die Websites entsprechend zu lokalisieren. Lokalisierung beschreibt die Anpassung von Websites an einen lokalen Markt, während es bei der Standardisierung darum geht, Websites global zu vereinheitlichen und eine einzige Website für die gesamte Welt zur Verfügung zu stellen. Natürlich ist die Lokalisierung einer Website auch eine ökonomische Frage, welche sich aber durchaus lohnen kann, denn auch in unserer globalisierten Welt sind unsere kulturellen Werte fest verankert, und kommen oft erst dann zu Tage, wenn man sich außerhalb seiner kulturellen „Komfortzone“ befindet.

Kurzzusammenfassung aus der Masterarbeit „Mind the Culture Gap:
A Cross-Cultural Analysis of Tourism Destination Websites in Austria and the United Kingdom“ von Angelika Rafetzeder

 

Rückfragehinweis

conos gmbh
Christina Bamberger
Tel.: +43 (0)732 21 6000
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
facebook

 

Callback Anfrage

Hier können Sie unsere Datenschutzerklärung prüfen.

Zum Seitenanfang